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buch
1942, als ihre Eltern deportiert und liquidiert wurden, weicht eine Atmosphäre vermeintlicher Normalität einer latenten
Angst und Vorahnung. Die entsetzliche Lage der Familie Lasker und insbesondere von Anita und ihrer älteren Schwester Renate,
die nach der Deportation der übrigen Verwandten in Breslau ganz auf sich allein gestellt waren, könnte nicht ergreifender
dargestellt werden.
Die Schwestern trotzten zweieinhalb Jahre lang dem Tod durch Gestapo und SS, als sie in den Strudel der nationalsozialistischen
Massenvernichtung gerieten. Bei der Flucht nach Paris wurden sie von der Gestapo erwischt und zunächst als "Verbrecher" für
ein Jahr inhaftiert. Ein Segen … jeder Tag, an dem man vor dem Konzentrationslager bewahrt wurde, war ein gewonnener Tag …
Doch dann wurden sie getrennt nach Auschwitz und schließlich nach Bergen Belsen gebracht. In Auschwitz entkam Anita dank
ihres Talents als Cellistin der Vernichtung, als sie in das Lagerorchester aufgenommen wurde, das von Alma Rosé, der Nichte
Gustav Mahlers, geleitet wurde.
Mit einer nicht vorstellbaren Lebenserfahrung, rät uns Anita:
"… sprecht miteinander, baut Brücken!" Goldene Worte in der heutigen Zeit.
Dieses Literatur-Konzert zu Ehren von Anita Lasker-Wallfisch ist ein Dank für ihre wichtige Arbeit, unermüdlich von ihrer
Geschichte zu erzählen, eine Hochachtung vor ihrer Lebenstapferkeit und eine tiefe Verbeugung zu ihrem Geburtstag
- im Juli 2025 wird Anita 100 Jahre alt.
musik
Cello: Raphael Wallfisch
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